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Mein lieber Eierbär, nicht nur einmal musste ich um dich kämpfen! Als ich dich damals das erste Mal gesehen habe warst du ganz verängstigt und schüchtern. Was du wohl schon alles erlebt haben musstest? Doch vor einem “Problemkätzchen” hatten wir keine Angst. Die ersten 3 Wochen hast du dich nur aus deinem Körbchen getraut wenn keiner Zuhause war. Anfassen lassen wolltest du dich gar nicht.
Doch mit viel Liebe und noch mehr Geduld hast du ganz langsam Vertrauen zu uns gefasst. Von Tag zu Tag wurdest du zutraulicher und nach einigen Monaten war von deiner anfänglichen Angst nichts mehr zu spüren. Mit Felix hast du dich wunderbar verstanden. Genau wie er bist du Freigang gewohnt gewesen und den haben wir dir auch gegönnt. Dann sind wir umgezogen und da ist es passiert. Ich war unachtsam und habe ein Fenster offen gelassen, du hast die Gunst der Stunde genutzt und bist uns ausgerissen, gleich am ersten Tag. Wie konnte mir nur so etwas passieren? Wir hofften das du bald wieder in dein neues Zuhause finden würdest und haben gebetet das du dich nicht auf den Weg zur alten Wohnung gemacht hast. Wir haben dich überall gesucht. Jeden Tag habe ich nach dir gerufen und eines Tages hast du geantwortet. Dir ging es gut aber du hattest große Angst und dich nicht zu mir her getraut. Jeden Tag versuchte ich aufs Neue dein Vertrauen zu gewinnen und nach endlosen 3 Monaten war es geschafft und ich hatte dich wieder. Bald darauf sind Caspar und Christjan bei uns eingezogen. Mensch was hattet ihr einen Spaß, ihr habt euch gejagt und Stundenlang gespielt. Wir waren so glücklich. Doch als wir im Urlaub waren muss dir etwas schlimmes passiert sein. Als wir wiederkamen warst du weg. Wieder rief ich jeden Tag nach dir aber du hast nicht geantwortet. Irgendwann rief mich eine Nachbarin an und sagte mir das du jetzt bei ihr wohnst. Doch bald schon hast du dich an mich erinnert und hast jeden Tag vor meiner Tür gesessen, reinkommen wolltest du nicht und anfassen lassen wolltest du dich auch nicht. Was war nur mit dir geschehen? Ich war verzweifelt, du warst ganz abgemagert und hattest eine Wunde am Ohr. Ich habe dich gegen deinen Willen eingefangen und gesund gepflegt. Nun wollte ich dich nicht mehr raus lassen, doch du warst so unglücklich und ich ließ dich ziehen. Danach warst du für 6 Monate verschwunden. Wieder bei den Nachbarn die ich gebeten hatte dich nicht zu füttern. Aber sie hielten sich nicht daran. Aber wieder hast du dich an dein Zuhause erinnert und bist wiedergekommen.
Mit viel Geduld habe ich es abermals geschafft dein Vertrauen zurück zu gewinnen. Du hast nachts bei uns im Bett geschlafen, bist jeden Tag pünktlich um 7 zum Essen gekommen und dann haben wir ausgiebig geschmust. Aber du warst hin- und her gerissen zwischen der Nachbarin und uns. Wo war dein Herz zu Hause? Hattest du dich für ein neues Zuhause entschieden? Wir hatten dich 6 Wochen nicht mehr gesehen und dann kam der Anruf. Eine kurze und knappe Nachricht auf dem Anrufbeantworter das du überfahren worden bist und das man dich bereits beerdigt hat. Ich konnte es nicht fassen. Ganz still und heimlich hast du dich aus meinem Leben geschlichen und jetzt konnte ich mich nicht einmal von dir verabschieden. Ich konnte und wollte es nicht glauben. Doch du kommst nicht mehr pünktlich um 7 zum fressen und du sitz nicht mehr vor unserem Fenster. Auch wenn du deinen eigenen Weg gegangen bist warst du ein Teil von mir. Ich vermisse dich und hoffe das du endlich Frieden gefunden hast.
Deine Janina
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